Alt- und Neuaubing

Das ehemalige Dorf Aubing ist, wie die vielen anderen "ing"-Orte, uraltes Siedlungsgebiet und weit älter als die Landeshauptstadt München, die es am 1. April 1942 - gegen den Willen der Mehrheit der Ortsbevölkerung - zu ihr eingemeindet hatte.

Aubing trat in die Geschichtsschreibung im Jahre 1010 ein, indem es in einer Pollinger Wiederherstellungsurkunde unter den Altbesitzungen des Klosters an dritter Stelle aufgezählt wird.

Die Aubinger Kirche St. Quirin erscheint erstmals 1315 in der sogenannten "Konradinischen Matrikel" mit der Bezeichnung "Aubing ... habet V filias: Paesing. Aloch. duo Mentzing. Lamen cum sepultur(is)", das heißt "Aubing ... hat fünf Filialen (Filialkirchen): Pasing, Allach, zwei (beide Menzing, also Ober- und Untermenzing), Laim (jeweils) mit Friedhöfen."

Der Gemeindeteil Neu-Aubing entstand in Folge der 1902 errichteten "Reparatur- und Warenhinterlegungsstätte der Schlafwagengesellschaft" an der München-Herrschinger Bahnstrecke, sowie durch den Bau der "Chemischen Fabrik Aubing" und den Bau eines Eisenbahnausbesserungswerkes in den Jahren 1902 bis 1906, als entsprechende Wohnbauten und -siedlungen für das Personal der Betriebe notwendig wurden.

Die ortsteilbezogene, amtliche Bezeichnung "Neuaubing" innerhalb der (ehemaligen) Gemeinde besteht seit dem 20. April 1915 durch einen königlichen Erlass.

Die Aubinger Einkehr wurde im Jahre 1991 von dem Bauunternehmer Ehepaar Max und Inge Kerscher erworben und als Münchner Stadtgasthaus stilvoll renoviert und den ursprünglichen Zustand in allen Bereichen wieder hergestellt.

Zur Geschichte der Siedlung

Aus dem Band I.1 "Denkmäler in Bayern - Landeshauptstadt München" entnehmen wir, dass die Siedlung um den Gößweinsteinplatz im wesentlichen in den Jahren 1938/39 von der "Heimbau Bayern" für Angehörige der nahen Dornier-Flugzeugwerke errichtet wurde. Bis zum Ende des II. Weltkrieges fürhte sie den Namen "Ludwig-Siebert-Siedlung", "... nach dem mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ins Amt gelangten bayerischen Ministerpräsidenten, der sich maßgeblich für den Siedlungsbau in Bayern während des 3. Reiches einsetzte. Von der nach Plänen von Franz Ruf gebauten Siedlungsanlage, die sich in geschwungenen Straßenverläufen vom Gößweinsteinplatz aus entwickelte, wurde nur der 406 Wohnungen umfassende Südabschnitt verwirklicht, der nördliche Bereich mit weiteren 400 Wohnungen kam nicht mehr zur Ausführung. Besonders deutlich lässt sich das siedlungspolitische Konzept am Gößweinsteinplatz fassen, wo sich Elemente des Dorfplatzes mit der Funktion als Aufmarschplatz vermische. An drei Seiten ist der Platz von einem zweigeschossigen Hufeisenbau eingefasst, in dem Läden und ein Gasthaus untergebracht sind, die vierte Platzflanke schließt eine ebenfalls zweigeschossige Zeile von Wohnbauten. Eine Kirche im Ortszentrum fehlt, stattdessen findet sich dort ein in knappen romanisierenden Formen errichteter Uhrturm mit Zeltdach. ..."

Bei Ansicht des Lageplanes könnte man vermuten, dass Architekt Franz Ruf hier ganz bewusst die Form von Schwingen oder Flügel (eines Engels?, eines Schmetterlings?) in den Grundriss legen wollte, um den Zweck der Siedlung - Wohnraum für Mitarbeiter der Dornierö-Flugzeugwerke - zu symbolisieren.

Die gesamte Siedlung um den Gößweinsteinplatz steht seit 1991 unter Ensembleschutz.